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Hipflhütte
 
 
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Die Hipflhütte - damals und heute
 
 
 
 

Ein für alle Lavanttaler, für viele Gäste und Koralpenfreunde über Jahrzehnte vertrauter Anblick.
Die Hipflhütte, Rast- und Gaststätte nach erlebnisreichen Wanderungen, Skihütte für einen zünftigen Einkehrschwung, Symbol für Gemütlichkeit und Gastfreundschaft auf der Koralpe.
Ob man dort im Sommer auf eine Brettljause und ein Krügerl Apfelmost oder an einem kalten Wintertag auf einen Jagatee einkehrte, man fühlte sich dort sofort wohl. Die urgemütliche familiäre Hüttenatmosphäre ließ bald ein Gefühl von - "Do bin i daham" - aufkommen, auch deswegen weil man dort auch nicht lange alleine blieb.
Entweder waren es der Wirt oder die Wirtin, die den Gast einluden, sich zu den anderen Gästen an den Tisch zu setzen oder die schon Anwesenden selbst, die mit einem "Ruck zuaba!" den neuen Gast in die fröhliche Gesellschaft aufnahmen. Dabei machte, so erinnere ich mich, auch immer wieder die alte "Schnupftabakschleuder" die Runde, mit der man sich eine Brise in die Nasenlöcher schießen konnte. Auch die Schnapskarten standen bereit, um damit die nächste Getränkerunde auszuspielen oder sich für das zuletzt erhaltene Bummerl zu revanchieren.
Manchmal griff auch einer zur "Quetschn" oder "Sterischen", wie man hier zur Ziehharmonika sagt, oder zur Gitarre und spielte flott auf oder begleitete die Sangesfreudigen bei ihren Schunkel- und Trinkliedern.
Auf jeden Fall wurde dort immer viel gelacht, wurden Witze erzählt oder, wenn Jäger anwesend waren, auch mit dem Jägerlatein ordentlich aufgetrumpft, dass sich Tische bogen.
Die Familien Holzer und Frühberger wechselten einander als beliebte Hüttenwirte ab, bewirtschafteten das Gasthaus jeweils über mehrere Jahre und prägten damit die Geschichte der Hipflhütte aber auch der Koralpe wesentlich mit.
Im Jahr 2006 endete die Geschichte der Hipflhütte. Die Hütte wurde verkauft und geschliffen, da an dieser Stelle ein modernes Hotel aufgebaut werden soll. Viele trauern diesem touristischem Kleinod der Koralm nach, und fragen sich, ob das denn wirklich notwendig war. Allein die rustikale Bauweise, die außergewöhnlich schöne Lage und die Harmonie mit der Landschaft wären Grund genug gewesen, diese einzigartige Hütte als "koralpines Denkmal" für die Nachwelt zu erhalten.
Trotzdem muss die Intiative, hier neue Strukturen aufzubauen, geschätzt werden. Tourismus verlangt Engagement, Visionen und Erneuerung, um das Interesse des Stammgastes zu erhalten und das neuer Gäste zu wecken.
An dieser Stelle seien die Hüttenwirte der Hipflhütte aber auch die Betreiber aller alteingesessenen Gastronomiebetriebe als Pioniere der Koralpe entsprechend gewürdigt. Sie haben das Fundament für das Neue geschaffen, das hier entstehen wird.
Nur eine Integration dieser Stammbetriebe in ein touristisches Gesamtkonzept wird und kann das Gelingen des Zukunftprojektes Koralpe als beliebtes Wander-, Erholungs- und Skigebiet garantieren.
Nachsatz: Die Koralpe ist zu schön, um keine Zukunft zu haben.
Gutes Gelingen bei der Umsetzung dieser Ziele wünscht als alter Freund der Koralpe und des Lavanttales

Siegfried Zwantschko
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